FIBO 2016 Teil II

Während wir so dahin schlenderten und von Halle zu Halle gingen, kamen wir nicht umher, uns auch mit den vielen verschiedenen Charakteren zu beschäftigen. Wie im ersten Teil erwähnt, gab es die gängigen Fitnessstudio-Stereotypen hier in Hülle und Fülle und durch den Messeaufbau auch noch in gebündelter Form. Gleiches gesellt sich halt gern zu Gleichem. Aber für den halbwegs neutralen Fitness-Interessierten ist das ein verstörendes Bild. Zumal ja auch jeder Fitness-Trend/Style von sich behauptet, der Beste zu sein. Einer ist funktionaler und erfolgreicher und nachhaltiger und effektiver als der andere.

Leider war dieser ‚Kampf’ auch auf der FIBO zu erkennen. Wir wären nicht wir, wenn wir nicht auch Vorbehalte und Vorurteile gegenüber diversen „Sportarten“ hätten. Natürlich haben wir auch gelästert und gestänkert was das Zeug hält. Und womit? Mit RECHT! Was (und wen) wir teilweise gesehen haben und was sich als Sport/Fitness bezeichnet, war aus sportwissenschaftlicher Sicht völliger Schwachsinn und die reinste Abzocke. Ich will den Fun-Faktor ja keinesfalls absprechen, aber wie diese sogenannten Trends mitunter beworben wurden,  entsprach zum Teil schon einer echten Vera§$%ung. Aber auch hier steckt eben eine riesen Industrie dahinter, die nur ein Ziel hat: Profit. Aus diesem Grunde ... Ab zur nächsten Halle. 

Wir philosophierten auch noch lange über das Phänomen der „Schlange“. Damit ist nicht das Tier gemeint, sondern die hintereinander gereihten und sich für etwas anstellenden Menschen. Davon gab es auf der FIBO nämlich auch eine Menge. Wir tauften sie liebevoll „Tüten-Johnnys“. Und all jene Tüten-Johnnys waren sehr beharrlich und zeigten Geduld und Ausdauer, als darum ging, sich in die jeweiligen Schlangen zu stellen. Eine halbe Stunde anstehen, für eine Tüte mit Whey-Samples (Proben für einen Eiweiß-Shake), T-Shirts und oder Shaker. „Voll Geil, Alter, ich hab 2 Shaker für umsonst abgreifen können!  Hammer!“ Stückpreis im Internet: 2,- €. Messe Eintritt: 30,- €! Ja, voll der Hammer. Wenn wenigstens noch ein Foto mit dem berühmten Spokesman der jeweiligen Firma drin gewesen wäre, aber naja. So hat jeder unterschiedliche Ansichten und Vorstellungen einer ‚Messe’ und so manches Klischee wurde wieder einmal mehr als bedient.

Was ich an der FIBO ja sehr schätze, sind die vielen Möglichkeiten selbst Dinge auszuprobieren. Sei es Übungen, Geräte oder Tests. Von einem dieser Tests erfahrt ihr im nächsten Teil ausführlich. Aber vorab noch die ein oder andere Story von Ständen, die kleine Herausforderungen angeboten haben. Natürlich mit dem Ziel Aufmerksamkeit zu erregen bzw. ihre Produkte zu vermarkten. Da man hier mit einer sportlichen Performance jedoch kleinere und größere Gewinne einheimsen konnte, lockert das die ganze Sache auf und man hat sogar Spaß bei der jeweiligen Challenge.

 

So war es Richi, der den Reigen der Niederlagen eröffnete. Und das ausgerechnet bei seiner Paradedisziplin, der Querstange. Nur ganz so doof sind die Hersteller ja nicht und einfach nur ihr Zeugs für Noppes raushauen, wollen sie ja auch nicht. Erst sah die Aufgabe nämlich ganz einfach aus. So lange wie möglich an einer Stange hängen.  Nach soundso vielen Sekunden gab es entsprechende Preise. Klingt doch ganz easy! Kurz überprüft ... alles klar, keine Schlange. Komm, los geht’s. 

So hing sich unser russischer Sportskamerad voller Elan und Zuversicht an die Stange, die junge Dame in knapper Bekleidung löste das Trittbrett, der Timer wurde angeschaltet und von jetzt hieß es Richi vs. die Zeit! Und es hatte nicht lange gedauert, da hatte die Zeit auch schon gewonnen. Gar nicht mal so gut. Auch meine bescheidene Wenigkeit versuchte sich an dieser Stelle und wenn auch geringfügig länger, versagte auch ich kläglich. Schande über unser Haupt. Aber es ist nicht so, als hätten wir keine Ausreden. Ich hatte einfach keinen Platz mehr im Rucksack für die Gewinne und Richi’s enorme Waden ziehen ihn natürlich aufgrund der Erdanziehungskraft (9,82 m/s2) noch mehr nach unten. Es kann aber auch daran gelegen haben, dass die Stange zum einen, einen dicken Durchmesser hatte, so dass man sie nicht komplett umschließen konnte, die Stange sich zum anderen auch noch gedreht hat und wir einfach nicht genug Griffkraft hatten. Wie gesagt, die Hersteller sind ja auch nicht doof. 

Es gab natürlich nicht nur Challenges und Gewinne. Nahezu jeder Stand eröffnete einem die Möglichkeit, das jeweilige Produkt zu testen und sich von der Qualität selbst zu überzeugen. Davon haben wir auch ausgiebig Gebrauch gemacht, sei es wegen unserer Neugier, ernstgemeintem Interesse oder einfach dem Spaßfaktor. Mit einigen Anbietern (und vereinzelt auch Hostessen) haben wir entsprechend locker und humorvoll quatschen können. Noch waren die Herrschaften gut drauf. Es war ja gerade erst der zweite Messetag und das Wochenende mit den „Nicht-Fachbesuchern“ stand noch bevor. Ohne dass es unangenehm war, merkten aber auch wir, dass es allmählich voller wurde.

 

 

Wir schlenderten weiter durch die Hallen, sahen uns die Stände und Aussteller an, scherzten und lachten, fluchten und hetzten und dann erregte ein Stand unsere Aufmerksamkeit, den man zunächst ein mal nicht auf der FIBO vermutete. Still gestanden! Die Bundeswehr! Aussteller ist in dem Zusammenhang natürlich nicht so zu verstehen, wie man es mit z.B. Geräteherstellern tun würde. Die Jungs und Mädels von der Bundeswehr haben ihren Laden einfach präsentiert und vorgestellt und bei Interesse Infos gegeben. Alles entspannt, ohne aufdringliche Akquise oder dergleichen. Aber dennoch haben sie die Leute geschickt angelockt. Unter anderem auch uns. Es gab einen sogenannten ‚Fit-Test’ und als Hauptpreis für den Tagesbesten eine Spiegelreflex-Kamera. Es wurden kurz Blicke ausgetauscht und dann entschieden: Jo, son Ding können wa gebrauchen! Wie der Test im einzelnen aussah, wie unsere Ergebnisse ausgefallen sind und ob wir die Kamera einheimsen konnten, erfahrt ihr in Teil 3. 

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