Der Boden der Tatsachen

Frage: Wie bekommt man den Boden ebenerdig, wenn die schon vorhanden Abwurfmatten 40 mm dick sind und man für den ‚schönen’ oberen Boden aus Kostengründen einen 20 mm dicken Boden aussucht?

 

Antwort: Man füllt auf!

 

Frage: Womit?

 

Antwort: Mit einem anderen Gummiboden!

 

WTF?!?!

Eigentlich ist es ganz einfach. Aufgrund einiger Beziehungen waren wir in der glücklichen Lage, ehemaliges Förderband zu bekommen. 10 mm dick und ca. 60 cm breit.

 

Damit haben wir den Boden um die Abwurfmatten herum in der ganzen Halle verlegt. Und weil es so schön war (Achtung: schwerste Ironie!) gleich noch eine zweite Schicht quer versetzt obendrüber. Vollgummi ist schwer und unhandlich. Vor allem, wenn man das Förderband am Stück auf einer Rolle bekommt, die im Durchmesser 2,15 m misst. Das verfluchte Ding wog knapp 3 t und konnte nur mit einem LKW abgeholt und transportiert werden.

Aber in der Form natürlich nicht zur direkt zur Halle. Wir mussten das Biest also erst Outdoor, auf einem Grundstück eines Bekannten, in Transporter-gerechte Häppchen schneiden. Zu zweit. Mit einem Teppichmesser. Bei einsetzendem Regen. Auf Rasen. Ich will hier nicht jammern, aber verweise noch mal auf das Gesamtgewicht. Schicht für Schicht haben wir die Lagen ‚abgerollt’ (bestes und härteste funktionale Work Out überhaupt), lang und gerade gezogen und dann auf Maß geschnitten. Anschließend als kleines Röllchen, mittels Spanngurt, verpackt. 7-10 Meter lange Röllchen wurden so, nach gröbsten Messungen und Schätzungen der Bodenfläche, zerfleddert. Am Ende waren es in zwei ‚ Schneidetagen’, insgesamt um die 22 Rollen. Einzelgewicht ca. 30-50 kg. In den Transporter. Aus dem Transporter. In die Halle.


Wer glaubt, DAS war ne “§$!%&“ – Arbeit, hat sich getäuscht! Denn jetzt musste der ganze Rotz ja auch verlegt werden. Und das von so Profis wie uns! Es war wie Teppich verlegen, ... nur das der Raum viele Ecken und Kanten hatte, uneben war, es verdammt harte Arbeit war, dieses Gummi (natürlich mit Nähten im Inneren verstärkt) zu durschneiden, gefühlte 14 Klingen Teppichmesser und Arthrose in den Fingergrundgelenken gefordert hatte! Von den Knie- und Rückenschmerzen ganz zu schweigen.

Zu dieser Zeit, haben wir uns gefühlt ausschließlich von flachem, rundem, italienischen Teig ernährt und mittlerweile so viele Kartons angehäuft, dass es uns bei deren Anblick mit Scham und Stolz zugleich erfüllte.

Bis spät in den Morgen verbrachte ich so einsam meine Stunden, auf den Knien durch die Halle rutschend ... schwerst fluchend ... hin und wieder noch mal an einem Pizzarest knabbernd und Bahn für Bahn, den Boden verlegend. Ich fühlte mich wie eine Mischung aus Quasimodo und Gollum, als ich um 4:30 Uhr nach Hause lief. Und ich würde jede Wette eingehen, ich sah auch so aus und roch auch nicht besser.

Es gab viele Lustige Geschichten, die während der Aufbauphase passiert sind. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich in irgendeiner Ecke mit dem Boden zugange war, während ich hinter mir auf einmal dumpfe Klatschgeräusche höre. Nach einem ungläubigen Kopfschütteln drehte ich mich um und musste tatsächlich feststellen, dass sich die anderen kurzerhand eine kleine Sparring-Runde gegönnt haben. Ich glaube, so was nennt man „aktive Pause“ .

Eine weitere, im Gedächtnis und auf Video gebliebene Aktion, war unser Reifen. Die gegebenen Umstände und die Möglichkeiten sorgten für einen spontanen Kauf bzw. für einen spontanen Abtransport eines Treckerreifens. Wir hatten wirklich noch NICHTS, aber wir mussten ihn einfach haben! Ein Monstrum, dass erst einmal bewegt werden will. Vor allem die Stufen hoch. Aber wir haben uns gefreut, wie Bodybuilder im Eiweiß-Shop und immer mal wieder eine ‚Tire-Flip’ Einheit zwischen den Bodenarbeiten eingelegt.

Irgendwann war es dann geschafft. Die ersten beiden Schichten waren verlegt und wir waren ein bisschen Stolz auf unsere Arbeit. Sicherlich nicht perfekt, aber dennoch ganz passabel und für den Sinn und Zweck der Unterböden ausreichend verlegt, konnten wir nun den letzten Arbeitsschritt in Angriff nehmen. Nebenbei bemerkt, sah die Halle jetzt auch erstmalig wie eine Trainingshalle aus, was uns erneut einen Motivationsschub gab.

 

Aber das war es noch nicht zum Boden! Nächstes mal mehr dazu ;)

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Kommentare: 1
  • #1

    Rich (Freitag, 01 April 2016 11:27)

    die gainz kamen wie am Fließband :D :D :D :D :D