Es geht los!

Nach wochenlangem Überlegen, Gesprächen, Rechnereien, Abwägen, Treffen, etc. war es, wie bereits beschrieben, an der Zeit, die Sache in trockene Tücher zu bringen. Bruce Lee sagte einmal:“If you spent too much time thinking about a thing, you’ll never get it done!“ Bei aller Richtigkeit dieser Aussage, wollten wir dennoch nicht ein unkalkulierbares Risiko eingehen. Ich denke, hiermit ist jetzt alles Zögern entschuldigt.  

Aber jetzt war es geschafft. Schritt eins wurde getan. Wir haben eine Halle. Zu diesem Zeitpunkt war uns allen nicht mal annähernd bewusst, wie viel Arbeit noch auf uns zukommen würde. Ja sicher, wir haben im Vorfeld viel geredet und abgeschätzt und hochgerechnet und und und. Die Realität sah dann aber anders aus.

 

Zu Beginn sind wir noch frohen Mutes in den örtlichen Baumarkt gefahren und haben uns, in freudiger Erwartung einer baldigen Trainingsstätte, Pinsel und Farbe geholt und uns auf das Gemäuer gestürzt.

 

Es wurde munter drauf losgestrichen. An dieser Stelle muss ich einigen meiner Mitstreiter jedoch die nötige Feinmotorik beim Pinsel-Schwingen absprechen. Aber was soll’s. So kannte ich sie ja auch vom Training. Warum sollte es bei der Arbeit anders sein. Ihre jugendliche Unbeschwertheit mündete in einer Gewissheit, dass sich schon irgendein Idiot findet, der das jeweilige Malheur korrigiert.

Die Ironie an der ganzen Sache ist, das in unserer Nachbarhalle, ... 3x dürfen Sie raten, ... Richtig, ein Malerbetrieb ansässig ist.

Vom Streichen alleine wurde die Halle, wenn auch jetzt etwas ‚frischer’ wirkend, aber auch noch nicht zu einem Testosteronspielplatz. Es musste Spielzeug her. Dringend! Also wurden die einschlägigen Internetseiten akribisch durchforstet, Excel-Tabellen mit Wunschequipment angefertigt, Für und Wider der jeweiligen Warenkörbe diskutiert und schließlich die Konten geplündert. Hier sei nur am Rande erwähnt, dass die ursprüngliche Kalkulation des Equipments, maßlos unterschätzt wurde.

 

Aber egal. Das Fieber hatte uns gepackt. Zwar wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht viele von unserem Vorhaben, aber die, die es wussten, erklärten uns einstimmig für verrückt. Mit jeder Hantel, mit jeder Kettlebell, mit jedem Springseil das nun in der Halle war, stieg unsere Motivation. Wir konnten es buchstäblich nicht Erwarten und haben kurzer Hand die ersten Sessions gestartet. Von einem Gym konnte noch lange keine Rede sein, aber wir sind nun einmal begeisterte und leidenschaftliche Sportler und dem Bizeps ist es egal, wo er trainiert wird.

Es waren lange Tage. Jeder ging ja noch nebenher seinem regulären Job nach. Spätschichten nach Feierabend. Manchmal war es echt ätzend, aber wir beschwerten uns nicht. Es war wie beim Sport: Von Nichts kommt Nichts! Wir führten uns immer wieder vor Augen, warum wir das alles tun. Das half zwar nicht immer, aber Durchhalteparolen hören sich doch so toll an.

 

 

Leider hatten wir noch immer nicht das Gefühl, dass wir ein eigenes Gym haben. Okay, Stück für Stück bekamen wir immer mehr Equipment. Aber es so richtig nutzen, ging noch nicht. Was fehlte? Der Boden. Und den haben wir echt unterschätzt. Klar, ein vernünftiger Boden, ist die Grundlage. Ohne einen ordentlichen Boden kannst du Indoor kein Gym aufziehen. Zudem hatten wir folgendes Problem.

 

 

 

Irgend so ein Typ* wollte unbedingt ebenerdige Abwurfmatten. Ebenerdig, damit auch der Platz für Zirkel oder Sparrings genutzt werden konnte und Abwurfmatten, zum Droppen der Gewichte, beim bspw. Gewichtheben. Zu Beginn stieß das auch auf Begeisterung und Zustimmung. Aber als man absehen konnte, was für einen Aufwand das bedeutete, verschwand die Rückendeckung. Jene Matten sind nämlich dicker. Dickere Matten sind teurer. Der komplette Boden in 40mm wäre eine feine, aber nicht zu bezahlende Sache gewesen. Wie man heute sieht, hat sich dieser Typ allerdings durchgesetzt und seine Abwurfmatten bekommen. Und das ebenerdig. Was wir uns haben einfallen lassen, erfahrt ihr nächste Woche.

 

                                                                                                 *... ein überragender Typ, nebenbei bemerkt. Ehrlich.

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